|
Elternbrief Nr.2/2. Jahrgang Aus dem Schloss geplaudert... Overhagen, den 10. Januar 1996
Sehr geehrte Eltern unserer Schülerinnen und Schüler,
in den letzten Wochen war unsere Schule mehrere Male Thema von Presseartikeln. Es begann damit, daß zwei Kommunalpolitiker Bedenken hinsichtlich der Bausubstanz unserer Schule äußerten und überlegten, ob wir mit dem städtischen Gymnasium zusammengelegt werden sollten; Sie haben dies wahrscheinlich gelesen. Diese Gedankenspiele wurden inzwischen eindeutig von allen Ratsfraktionen abgelehnt.
Die Zukunft unserer Schule ist und bleibt gesichert, es war ein Sturm im Wasserglas.
Was uns allerdings besonders ärgert, ist die Tatsache, daß beide Politiker in die Presse gingen, obwohl sie über Unterlagen verfügen, aus denen eindeutig hervorgeht, daß unsere Bausubstanz weit über die nächsten Jahrzehnte hinaus gesichert ist (laut offiziellem Prüfbericht der Bezirksregierung in Arnsberg). Wir führten die normalen Unterhaltungsmaßnahmen ordnungsgemäß durch, ein Reparaturstau wie an manchen anderen Schulen besteht bei uns nicht! Wie sind angesichts solcher Tatsachen die Politikeräußerungen zu erklären? Besteht hier die Absicht, uns zu schaden? Uns fällt es sehr schwer, dieses nicht anzunehmen, denn Eltern, die ihre Kinder bei uns anmelden wollen, können verunsichert werden. Rechtlich ist den Politikern kaum beizukommen. Sie berufen sich auf das Recht der Meinungsfreiheit und dieses erlaubt ihnen offensichtlich, nachweislich Falsches und für andere Schädliches in der Öffentlichkeit zu sagen. An dieser Stelle sei auch erwähnt, daß wir als staatlich anerkanntes Gymnasium 94% der laufenden Kosten vom Land erstattet bekommen und die Stadt Lippstadt den ungedeckten Rest finanziert. Nach Aussagen zuständiger städtischer Behörden ist der jetzige Zustand die für die Stadt Lippstadt günstigste finanzielle Lösung, andere Lösungen kämen für die Stadt teurer. Auch diese Überlegungen sind den Fraktionen bekannt. In diesem Zusammenhang haben wir an Sie, sehr verehrte Eltern, zwei Bitten: 1. Sprechen Sie Ihnen bekannte Politikerinnen und Politiker an und machen Sie Ihnen gegenüber deutlich, daß das Gymnasium Schloß Overhagen für Sie wichtig ist. Wir wollen keine Sonderbehandlung, aber wir möchten fair behandelt werden. Die öffentlichen Äußerungen der beiden Kommunalpolitiker waren unfair, nachweislich falsch begründet und lassen uns überdies kaum die Möglichkeit einer wirksamen Gegenwehr. 2. Weisen Sie bitte in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis auf unsere Schule hin. Die Gebäude sind NICHT in absehbarer Zeit “abgängig”, sie behindern uns NICHT in unserem Bemühen, gute pädagogische Arbeit zu leisten.
Mit freundlichen Grüßen
E. Wippermann Oberstudiendirektor
Am Sonntag, den 14. Januar 1996 sendet Hellweg-Radio von 10.50 bis 11.10 Uhr ein Interview mit der Vorsitzenden unseres Schulvereins, Frau Dr. Hovermann, zu diesem Thema.
____________________________ Verantwortlich für den Inhalt: Die Schulleitung des GSO Redaktion: G. Liedtke-Müller
|