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Elternbrief Nr.11/3. Jahrgang Aus dem Schloss geplaudert... Overhagen, den 27. Mai 1997
Wichtige Termine: 30.5.1997: beweglicher Ferientag 24.-28.5.1997: Besuch aus Uden 16.6.1997 bis zum 28.6.1997: Betriebspraktikum der Klassen 9 28.6.1997: Schulfest am GSO!
Neues am GSO Für die jüngeren Klassen baute unser Hausmeister Herr Harlinghausen (insbesondere auf Bitte der SchülerInnen der Klasse 6a) ein Fußballtor. Nun spielen “unsere Fußballer” nicht mehr auf die Bänke zu, auf denen ihre Mitschüler in den Pausen sitzen -denn dazu waren diese Bänke ja gedacht -, so dass jetzt die Schüler und auch die Fensterscheiben ‘außer Gefahr’ sind und die Wände nicht mehr beschmutzt werden. Die positive Resonanz auf das Tor, das in jeder großen Pause ‘beschossen’ wird, zeigt, wie sinnvoll Herr Harlinghausen seine Kreativität wieder einmal einsetzte.
Grund zur Freude hat auch Frau Köster, da sie nun - dank der Finanzkraft der SV-Kasse (das Geld stammt aus dem Erlös der Schulfeste, der Elternsprechtag-Cafeteria sowie der Cafeteria der Weihnachtsmusik) - wieder über ein weiteres Mofa verfügt, so dass nun wieder ein Kurs zum Erwerb des Mofa-Führerscheins angeboten wird.
Ehemalige zurück im GSO 25 Jahre Abitur nahm der Abi-Jahrgang 72 zum Anlass, um noch einmal alle ehemaligen ‘Mitstreiter’ am alten Tatort erfolgreich zusammenzutrommeln. Alle 13(!) Abiturienten sowie auch fast alle ehemaligen LehrerInnen konnten in der Cafeteria des GSO, trotz der zum Teil sehr weiten Anfahrten, begrüßt werden. Selbst Edwin Röttele, einer der Gründer des GSO - jetziger Wohnsitz am Bodensee - folgte der Einladung gerne. Ein Rundgang durch das Schloß und die Schule führte natürlich unausweichlich zum langen und intensiven Austausch alter Anekdoten aus schulischer Zeit bis weit nach Mitternacht. Vereinbart wurde, sich zum 30-jährigen Jubiläum im Jahre 2002 erneut zu treffen.
Schulfest am GSO! Am Samstag, den 28. Juni 1997 wird unser diesjähriges Schulfest stattfinden, zu dem Sie, liebe Eltern, herzlich eingeladen sind. Ab ca. 16 Uhr wollen wir (Eltern, (ehemalige) Schüler und Lehrer) gemeinsam bei Kaffee und Kuchen, Sport, Spaß und Spiel zusammen sein, den Stress der letzten Schulwochen vergessen und uns - bei hoffentlich schönem Wetter - an unserer “Schule im Grünen” erfreuen. Es wäre schön, wenn uns auch einige Mütter und Väter bei der Planung und Durchführung des Schulfestes mit Rat und Tat zu Seite stehen könnten. Also: wenn Sie Ideen haben für Aktionen und Spiele oder das kulinarische Angebot erweitern wollen, setzen Sie sich bitte mit dem Klassenlehrer bzw. mit der Klassenlehrerin Ihrer Tochter / Ihres Sohnes in Verbindung. Wir möchten darauf hinweisen, dass für die Schüler der Klassen 5 bis 10 Teilnahmepflicht besteht!!!
Autorenlesung im Schloß Am 6. Mai las Ruth Weiss auf der Schloßbühne des GSO aus ihrer Autobiographie “Wege im harten Gras” und ihrem Kurzgeschichtenband “Die Reise nach Gabarone”. Eine weißhaarige Dame, Jahrgang 1925, die Respekt ausstrahlt, aber nicht fordert; sie liest und erzählt mit leiser Stimme, unaufdringlich, sachlich und detailliert aus ihrem Leben. Sie verteilt keine Lebensweisheiten im Raum der gedrängt gefüllten Schloßbühne des GSO, aber sie stellt schlicht zur Verfügung, was sie erlebt hat. Und wenn sie die Geschichte von dem weißen Mann erzählt, der gegen irgendein Apartheidsgesetz Südafrikas in den 60er Jahren verstoßen hat, und dafür “nur” 8 statt 12 Jahren Haft erhält, weil er als Baby in einem Schuhkarton aus dem Warschauer Ghetto geschmuggelt worden war, dann ist die Stille spürbar, mit der die jungen Gymnasiasten der vortragenden Ruth Weiß folgen. Auch die anfangs skeptischen Gesichter verstehen: hier geht es um mehr als private Geschichten. Aus der Zusammenstellung der Erzählungen ergibt sich der Sinn von Ruth Weiss’ Vortragsreise durch NRW. Da erzählt sie kurz von ihren Erfahrungen als jüdisches Mädchen in der deutschen Schule nach den nationalsozialistischen Rasse= gesetzen 1934: Alleingelassen von ihren Freundinnen, gemieden von der Klassengemeinschaft und ignoriert vom Lehrer. Gleich danach folgt das Erlebnis nach der Emigration der Familie 1936 von Deutschland nach Südafrika. Die Kinder spielen mit dem Kleinkind der schwarzen Hausangestellten und geraten prompt in die Kritik der Nachbarn: Es verstößt gegen die “Landessitte”, ein schwarzes Kind anzufassen. Und schließlich die Erzählung von der dicken schwarzen Mama in der schmuddeligen Hütte im schwarzen Stadtteil Johannesburgs in den 70er Jahren: Zu viele Kinder, zu wenig Essen und diese Hilflosigkeit. - Ruth Weiss erzählt nicht nur, sie deckt auf und zeigt mit dem Finger auf die wunden Stellen dieser Welt. Ruth Weiss erzählt von den Erfahrungen mit der Unterdrückung in diesem Jahrhundert, wie sie sie erlebt hat; sie erzählt auch vom schlechten Gewissen, das so manche Leute drückt ob ihres Verhaltens, wie z.B. das der weißen jüdischen Journalistin in Johannesburg, die mitgemacht und nicht protestiert hat, weil sie erfolgreich sein wollte. Für die Schüler erhalten plötzlich Unterrichtsthemen wie der Nationalsozialismus, wie die Problematik von Minderheiten, wie Diskriminierung und Emigration Gestalt. In Ruth Weiss ‘erleben’ sie nunmehr jemanden, der nie den Mund gehalten hat zur Unterdrückung und nie die Hände in den Schoß legte, wenn es zu handeln galt - auch unter Einsatz ihres Lebens. Wie fesselnd unsere Schüler diese Frau und ihren Vortrag fanden, wird auch durch den Wunsch nach einer “Zugabegeschichte” deutlich, die da lautete: Ein Mann, dem die Handwerksrechnung zu teuer war, protestierte: “Für das bißchen Arbeit! Schließlich hat Gott die ganze Welt umsonst erschaffen und 6 Tage dafür gearbeitet!” Darauf der Handwerker: “Für umsonst gibt es eben nur diese Welt.”
Herzlichen Glückwunsch sagen wir Ines Stoppert aus der Klasse 6b, denn sie hat beim Malwettbewerb der Volksbank Lippstadt den 3. Preis gewonnen! Michael Kemper (Jahrgangsstufe 11) ist in Lippstadt zum Sportler des Jahres gewählt worden! __________________________ Verantwortlich für den Inhalt: Die Schulleitung des GSO Redaktion: G. Liedtke-Müller
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