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GYMNASIUM SCHLOSS OVERHAGEN

 

Elternbrief Nr.18/5. Jahrgang
Aus dem Schloss geplaudert...
Overhagen, den 25. Januar 1999

Das erste Halbjahr geht zuende, der neue Stundenplan wurde erstellt, der Terminplan ist fertig. Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht, es wird ein “fliegender Wechsel” und das zweite Halbjahr ist sehr kurz.
Mit dem ersten Februar wird die Zahl unserer Lehrerinnen und Lehrer größer. Wir gehören zu den Ausbildungsschulen des Bezirkseminars Hamm und bekommen zwei junge Kolleginnen und einen jungen Kollegen, die ihre Referendarzeit an unserer Schule ableisten. Es sind Frau Giller (Deutsch/Englisch), Frau Wichert (Deutsch/Sport) und Herr Thielemeyer (Biologie/Englisch). - Wir begrüßen sie recht herzlich und wünschen ihnen ein gutes Einleben in den hoffentlich nicht zu frustrierenden Schulalltag.

E. Wippermann
(Schulleiter)

Wichtige Termine:
29.1.1999: Ausgabe der Zeugnisse (Schulschluss nach der 3. Stunde)
1.2.1999: Beginn des neuen Halbjahres (neuer Stundenplan!)
15.2.1999: Rosenmontag (frei) (NEUANMELDUNGEN für die Klassen 5 u. Jahrgangsstufe 11)
14.5.1999: beweglicher Ferientag (frei)

Rückblick:

Die Jahrgangsstufe 13 in ROM
Während in Deutschland alle unter dem herbstlichen Regen litten, erfreuten sich die SchülerInnen der Jahrgangsstufe 13 an der italienischen Sonne. Das erste Ziel der Fahrt war Rom. Dort konnten die Fahrtteilnehmer erlaufen, dass diese Stadt tatsächlich auf sieben Hügeln erbaut wurde. Beeindruckend war eine Nachtwanderung rund um den kapitolinischen Hügel, von dem aus man die angestrahlten Ruinen des Forums bewundern konnte. Nach zwei Tage Rom Aufenthalt ging es nach Castelfusano bei Ostia. Endlich hatten wir - SchülerInnen und Begleiter -  eigene Hütten, viel Platz und Schatten unter hohen Bäumen. Von hier aus erkundeten wir weiter das alte und neue Rom: Den Vatikan, die Kaiserforen, die Via Appia, die antike Hafenstadt Ostia und viele weitere Zeugen der Geschichte. Einer der interessantesten Aspekte war allerdings viel modernerer Art: Der Giardino dei Tarrocchi von Nikki de Saint Phalle. Dieser Park mit begehbaren Skulpturen, die die Figuren des Tarots datellen sollen, lud zur phantasievollen Betrachtung ein.
Es war einfach ein Erlebnis!
Unvergessen bleiben auch die römischen Nächte, besonders die Geburtstagsfeier bei Alfredo mit Tanz und Musik auf dem Bürgersteig, die Fontana di Trevi, die spanische Treppe, überhaupt das pralle italienische Leben. Schlicht gesagt: Es war einfach toll!

Orientierungstage – was ist das?
Diese Frage können jetzt die Schülerinen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 beantworten. Irgendwo am Ende der Welt, in Haus Marienfried bei Meschede, hatten sie im November die Gelegenheit, über sich und Gott- und–die Welt nachzudenken. Praktisch alle 10er Schüler nahmen an diesem freiwilligen Angebot der Kirche teil. Zuerst begann es zwar leicht chaotisch, aber dann hatten alle Jugendlichen die Arbeitsgruppe gefunden, die ihnen am meisten zusagte: “Zukunft” oder “Tod” oder “My way of life”! Angeleitet durch einige junge und engagierte Sozialpädagoginnen des Hauses wurde an vier Tagen an diesen Themen gearbeitet. Bei der Abschlussvorstellung der Projekte mit Graffiti, Video, Talk-Show oder Game-Show wurde deutlich, wie viele Talente in einem jeden von uns stecken. Alle machten mit und so manches Auge konnte vor Lachen nicht trocken bleiben. Unterbringung und Essen waren wirklich gut, denn die Benediktiner-Nonnen, die im Haus leben, wissen seit Jahrhunderten, was der Mensch braucht. Die Aufgabe der begleitenden Lehrer (Herr Gesterkamp und Herr Heise) beschränkte sich auf die Freizeitgestaltung am Abend, und so mussten sie in der Turnhalle Fußball spielen und ein English-Folk-Festival am Abend organisieren. Die Mitarbeiterinnen boten als ruhende Elemente zum Tagesbeginn und -abschluss kurze Meditationen an. Ein von den Teilnehmern mitgestalteter Gottesdienst wurde von vielen als sehr wichtig erlebt. Angenehm: Absprachen wurden von allen eingehalten und machten das Miteinander angenehm. Ein bitterer Beigeschmack soll abschließend aber nicht verschwiegen werden. Nach vier Orientierungstagen ist er sowohl für Lehrer wie  für Schüler wieder da: der Schulalltag!

Die Deutschstunde
Der GK Deutsch der Jahrgangsstufe 13 hatte die Idee, doch einmal in Eickelborn anzufragen, ob ein Experte/ eine Expertin zu bekommen wäre, um mit den SchülerInnen die Situation und Aufgabe der Westfälischen Landesklinik zu besprechen. Die Erwartungen waren hoch, als nach kurzer Terminabsprache sogar der Chefarzt der Forensik persönlich sein Kommen zusagte.
Dr. Osterheider begann sein Referat mit einem Überblick über den strukturellen Aufbau seines Hauses (4 Abteilungen; ca. 340 Betten; die ,interessanteste’ und größte mit rd. 100 Patienten die Abteilung III: Psycho- und Soziotherapie. Insgesamt kümmern sich - einschließlich der mittlerweile angegliederten Abteilung V zur Behandlung Drogenabhängiger -520 MitarbeiterInnen um die ca. 400 Patienten.) - Das Hauptinteresse der Ausführungen Dr. Osterheiders galt im folgenden den Patienten, die aufgrund schwerer Delikte in Eickelborn versorgt werden müssen: dies sind immerhin rd. 30% der Gesamtzahl (Tötungsdelikte und Körperverletzung), zwei weitere Sondergruppen sind (mit jeweils 1% Anteil an der Gesamtpatientenzahl) die Fälle von Sexual- und Tötungsdelikten an Erwachsenen und Kindern. Diese zuletzt genannten 2% sind es wohl, die durch ihre Taten die Meinung oft zuungunsten des gesamten Projekts (Versorgung und Therapie psychisch kranker Rechtsbrecher), d.h. in höchstem Maß negativ, beeinflussen. - Aber, so betonte Dr. Osterheider, selbst Mörder, die in Eickelborn untergebracht sind, haben von Gesetz her wie unter Aspekten psychiatrischer und letztlich gesellschaftspolitischer Einsicht Anspruch auf Hilfe, Zuwendung und Therapie; gerade ihre Unterbringung in Eickelborn gehört ins innerste Zentrum der gesellschaftlichen Selbstvergewisserung: womit müssen wir leben, wie gehen wir mit Abweichungen, Abirrungen um? - Als Beweis für die im Grunde unverzichtbare Leistung der forensischen Psychiatrie darf die gegenüber dem normalen Strafvollzug erheblich geringere Rückfallquote gesehen werden. Dass es eine Zone gibt, die unseren Möglichkeiten der Behandlung und ,Heilung’ entzogen ist, gehört zum Grundbestand dessen, was wohl jedem vernünftigen und verantwortungsvoll denkenden Menschen einsichtig sein sollte; darüber können auch keine Therapieerfolge hinwegtäuschen. Wer mit psychisch Kranken zu tun hat, kann in den seltensten Fällen ganz sicher sein, dass die Krankheit nicht wiederkehrt. Dass einer Gesellschaft daran gelegen sein muss, dieses Risiko gering zu halten, dass auf der anderen Seite Menschen nicht für ein von ihnen nicht zu verantwortendes Geschehen haftbar gemacht werden können, darüber bestand bei den ZuhörerInnen Einverständnis. Dr. Osterheider verwies in diesem Zusammenhang  auch auf aktuelle Fälle der jüngsten Vergangenheit, die den SchülerInnen noch sehr gut im Gedächtnis waren und zeigte daran auf, dass psychiatrische Unterbringung und Therapie hätten helfen können, Folgetaten zu vermeiden.
Die SchülerInnen dankten ihrem Referenten mit regem Interesse - wie die vielen Fragen und die engagierten eigenen Beiträgen bewiesen -, so dass diese etwas andere Deutschstunde als nachhaltige Erfahrung im Gedächtnis bleiben dürfte.

Spendenaktionen am GSO
Der Erlös der Spendenaktion für die Opfer von Mitch in Nicaragua war enorm. Rechnet man alle Aktionen zusammen (Erlös am Elternsprechtag, Erlös der Weihnachtsmusik durch Cafeteria und Verkaufsstand, Spenden am Tag der Weihnachtsmusik, sowie die der SchülerInnen, Eltern und des Kollegiums in den Tagen zuvor), so kommt man auf eine Summe von über 3.000 DM.
Während der Adventszeit hat die katholische Religionsgruppe der Klasse 5b im Rahmen der Unterrichtsreihe ‘Die Welt ist nicht in Ordnung’ mit ihrer Fachlehrerin eine Summe von 80 DM für Projekte in Lateinamerika, die in erster Linie Kindern zugute kommen, gesammelt.
Zwei tolle Leistungen für zwei sehr gute Zwecke, die zudem zeigen, dass unsere SchülerInnen sehr wohl an ihren Mitmenschen interessiert sind und gerne helfen wollen!

Am Jugendwettbewerb der Stadtsparkasse unter dem Motto “Wie geht es Tier?” beteiligten sich insgesamt 2.900 SchülerInnen. Vom GSO nahmen die Klassen 5a, 5b, 6a, 6b 7a, 7b und 8b am Wissenswettbewerb teil. Außerdem reichten einige SchülerInnen Einzelarbeiten zum Ideenwettbewerb ein. Dabei wurde die Arbeit von Astrid Lengacher aus der 5b prämiert. Bei der Auslosung der Einzelgewinner des Wissenswettbewerbs erhielten Sarah Mengeler (5a), Carina Kulik (5b), Sjaan Arnsfeld und Inna Warkentin aus der 6a sowie Julia Klaus aus der 8b Sachpreise.
Herzlichen Glückwunsch!

Ausblick

Der Literaturkurs der Jahrgangsstufe 12 möchte bereits jetzt auf einen Termin aufmerksam machen, den sie sich vormerken sollten. Am Mittwoch, den 28. April wird auf der Schlossbühne die Premiere von “... na und denn?” stattfinden. Der Literaturkurs hat unter der Leitung von Herrn Königs satirische Texte dieses Jahrhunderts zusammengestellt. Die Liste der Autoren reicht von Kurt Tucholsky und Erich Kästner bis zu Gerhard Polt und Loriot. Karten für diesen sicherlich vergnüglichen Abend sind ab Anfang März im Sekretariat der Schule oder über die Teilnehmer des Kurses erhältlich.

4. GSO- Hallenfußball- Masters
Es ist wieder mal soweit! Mit dem 4. GSO-Hallenfußball-Masters steht ein sportlicher Leckerbissen auf dem Programm. Gespielt wird am Samstag, den 13. Februar ab 10.30 Uhr in der Turnhalle der Lippeschule in Lippstadt. Die beteiligten Mannschaften werden gebeten, sich schon ab 10.00 Uhr in der Halle einzufinden, um einen pünktlichen Beginn zu gewährleisten. Das Lehrerteam, dessen Leistungen in den vergangenen Jahren eher durchschnittlich waren (was nur auf die strapaziöse Schreibtischarbeit zurückzuführen ist! Anmerkung der Redaktion), erhofft sich lautstarke Unterstützung der hoffentlich zahlreichen Schlachtenbummler. Für Rückfragen stehen Herr Pradel: Tel.: 02941/58291 und Herr Königs: Tel.: 02941/78710 gerne zur Verfügung.

Schüleraustausch
Die internationalen Begegnungen werden auch in diesem Jahr am GSO wieder groß geschrieben und vielfältige Aktivitäten werfen bereits ihre Schatten voraus:
Für den Schüleraustausch mit England fangen die Vorbereitungen nach den Osterferien an. Relevant sind diese Vorbereitungen für SchülerInnen der Klassen 7 und 8.
Überaus erfreuliche Nachrichten hat die Französischfachschaft zu berichten, das es Frau Latza gelungen ist für uns eine neue Partnerschule zu finden, so dass für SchülerInnen der Klassen 9 und 10 ein Schüleraustausch mit Frankreich in Aussicht gestellt werden kann. Unsere neue Partnerschule ist das Collège Saint Exupéry in Saint Nicolas de Port in der Nähe von Nancy.
Auch die Niederlande stehen wieder auf dem Programm. Ein Schüleraustausch mit Uden ist geplant für die letzten 5 Tage vor der Zeugnisausgabe. Mitfahren dürfen dieses Mal SchülerInnen der Jahrgangsstufe 11, was um so erfreulicher ist, da gerade dieser Jahrgang bei der Teilnahme am Schüleraustausch bislang leer ausgehen musste.
Neu sind auch die Kontakte zur Hackley School in Tarrytown/New York die die Fachschaft Englisch dank der Anstrengungen des Kollegen Brülle zu vermelden hat. Versucht werden soll per eMail Kontakte zwischen den Klassen 8 und dortigen Schülern des gleichen Alters aufzubauen, da im Englischunterricht dieses Jahrgangs gerade die USA, das Leben dort, das amerikanische Schulsystem etc. behandelt werden. Im Rahmen der Internationalisierung und Globalisierung wollen wir so die Möglichkeit eröffnen, authentische Informationen aus erster Hand und direkt zu erhalten, bei gleichzeitiger Möglichkeit zum Nachfragen und zum Gedankenaustausch zwischen deutschen und amerikanischen Schülern.

AG - Uden (mal wieder) aktiv!
Im Rahmen der Städtepartnerschaft Lippstadt-Uden ist das GSO weiterhin recht aktiv.  Nach der sehr erfolgreichen Ausstellung “Uden, Lippstadts Partnerschaft in den Niederlanden, gestern - heute” Ende letzten Jahres, ist die AG-Uden unter der Leitung von Ralf Margott von der Gemeinde Uden gebeten worden, die umfangreiche Dokumentation auch in Uden zu präsentieren. Da die im Zusammenhang mit der Dokumentation verfasste Erstauflage des neuen Stadtführers über Uden schon nach kurzer Zeit vergriffen war, hat R. Margott eine Zweitauflage erstellt. dabei wurde nicht nur der Text überarbeitet und aktualisiert, sondern auch das gesamte Bildmaterial verbessert und in den Text integriert. Die Urschrift dieser Auflage wird der Stadt Lippstadt geschenkt, damit jeder, der sich über die Partnerschaft informieren möchte, in Zukunft auf eine brauchbare Quelle zurückgreifen kann. Eine weitere Informationsquelle über die Partnerstadt Uden bietet das GSO in der Wochenzeitung ‘Lippstadt am Sonntag’. Dort berichtet R. Margott ca. alle 6 Wochen unter dem Titel Uden aktuell Interessantes aus der Gemeente Uden.
Die für das Archiv über 25 Jahre Städtepartnerschaft von der AG-Uden erstellten Daten waren durch einen Hacker auf dem Schulcomputer gelöscht worden! Doch zum Glück hat Dominik Westerfeld aus der Jahrgangsstufe 12 in den Weihnachtsferien noch eine Diskette gefunden, so dass wenigstens die Daten von 10 Jahren wiederhergestellt werden können. -Für alle, die gern mal nach Uden fahren möchten, organisiert das GSO in Zusammenarbeit mit der Stadt Lippstadt Tagesfahrten nach Uden. (Die erste Fahrt ist im Frühsommer geplant, nähere Einzelheiten werden in der Tagespresse bekannt gegeben.)

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Verantwortlich für den Inhalt:
Die Schulleitung des GSO
Redaktion: G. Liedtke-Müller

 

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