In der nächsten Woche blieb viel Zeit, Land und Leuten kennenzulernen. Exkursionen führten zu den frühchristlich- römischen Wurzeln der Stadt Vinica, die durch die dort gefundenen Tonikonen aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. bekannt ist. Die Leiterin des städtischen historischen Museums nahm sich die Zeit, den Schülern selbst die Fundstätte dieser Ikonen – die auf einem steilen Berg gelegene Burg Vinica – zu zeigen und zu erläutern. Weiter lernten die deutschen Gäste noch den Ohrid See kennen, der der älteste See Europas ist. Die Stadt Ohrid selbst ist mit ihren noch aus der Türkenzeit stammenden Häusern und Gassen, sowie der imponierenden Stadtmauer einfach sehenswert; genauso wie das aus byzantinischer Zeit stammende orthodoxe Kloster Sveti Naum, das auf einen Felsvorsprung hoch über dem See liegt. Hier, in der Gegend rund um den Ohrid See soll der Mönch Kyrill und seine Gefährten die kyrillische Schrift entwickelt haben, um das Evangelium zu den slawischen Völkern zu bringen. Ein Abstecher nach Skopje, der Haupstadt Mazedoniens, rundete die Exkursion ab und zeigte, eine moderne pulsierende Verwaltungs- und Einkaufsstadt.
Am interessantesten waren aber die Begegnungen mit den Menschen in Mazedonien, die sehr warmherzig, freundlich und offen sind. Das machte es den Gästen leicht, sich an die unterschiedlichen Lebensbedingungen zu gewöhnen. Das mazedonische Essen ist sehr lecker, aber eben sehr anders als in Deutschland und das Zeitverständnis unterscheidet sich ebenfalls von unserem. In Mazedonien geht es deutlich ruhiger und weniger hektisch als bei uns zu. Für die Schüler war es eine wichtige interkulturelle Erfahrung, dass Menschen nach anderen Sitten und Gebräuchen als bei uns leben können und dabei zufrieden sind.
Die Overhagener Schüler hatten eine anstrengende Woche, haben viel gesehen, viel gelernt und viele Erfahrungen gesammelt, die ihnen helfen werden in einer immer stärker sich öffnenden Welt gut zurechtzukommen. Es sind viele persönliche Kontakte entstanden und viele e-mail Adressen ausgetauscht worden. Die Schüler haben ein wunderschönes Land mit freundlichen Bewohnern und einer bedeutenden historischen Tradition kennengelernt, das zu Unrecht als Randgebiet Europas betrachtet wird.