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Das Gymnasium Schloss Overhagen knüpft Kontakte zum Bosporus
Das Tan Kolej in Bursa und das GSO organisieren einen Schüleraustausch
Trotz drohender Aschewolken landeten der Schulleiter des GSO Wolfgang Brülle und der Koordinator für das Türkei Projekt Hubert Hüsgen sicher auf dem Flughafen Sabiha bei Istanbul. Dort wurden sie von einem türkischen Kollegen abgeholt und nach Bursa gefahren. Bereits auf der Fahrt erlebten sie die wunderschöne Landschaft und erfuhren, was türkische Gastfreundschaft bedeutet. Die Fahrt mit der Fähre über eine Bucht des Marmarameeres eröffnete interessante Ausblicke auf die vielbefahrene Schifffahrtsstraße und die grünen Hügel an der Küste.
Am anderen Tag ging es dann nach dem Frühstück mit einem prall gefüllten Programm weiter. Das Tan Kolej feierte ein Schulfest und die Schüler und Lehrer des türkischen Gymnasiums boten ein buntes Programm, in dem das gemeinsame Schulprojekt mit dem GSO eine besondere Rolle spielte. Die türkischen Schüler hatten sich mit ihrer Lehrerin Sennaz Aybar und Simone Singh vom Goethe Institut in Istanbul intensiv mit der deutschen Sprache und Kultur auseinandergesetzt und ihre Arbeitsergebnisse in einer Ausstellung zusammengefasst. Da die Schüler sich auch gut in Deutsch und Englisch ausdrücken konnten, kamen sie mit den deutschen Gästen sofort ins Gespräch und erklärten ihnen einen Teil ihrer Ausstellung, der ihnen besonders am Herzen lag.
Frau Aybar und Frau Singh hatten gemeinsam mit den Schülern etwas gesucht, was Deutsche und Türken verbinden konnte. Dabei waren sie auf ein interessantes Stück Geschichte gestoßen. In der Zeit zwischen 1933 und 1945 hatte die Türkei viele Emigranten aus Deutschland aufgenommen, die aus politischen oder rassistischen Gründen in ihrer Heimat verfolgt wurden, darunter u.a. Ernst Reuter, der spätere regierende Bürgermeister von Berlin. Die Schüler hatten einige Lebensläufe erforscht und eine Ausstellung unter dem Titel „heimatlos“ erstellt. Neben dieser Ausstellung gab es noch weitere interessante von Schülern ausgestellte Projekte und eine schöne folkloristische Tanzvorstellung. Am Höhepunkt des Schulfestes konnte Wolfgang Brülle seine Grüße an die türkische Schule übermitteln und schließlich gemeinsam mit dem türkischen Schulleiter, einem Vertreter des Bildungsministeriums und der Bürgermeisterin ein rotes Band als symbolischen Schritt in die gemeinsame Zukunft durchschneiden.
Neben diesen Aktivitäten arbeiteten die türkischen und deutschen Lehrer ausgiebig am Programm für den bevorstehenden Schüleraustausch. Dieser Austausch, der großzügig von der Bosch Stiftung unterstützt und vom Goethe-Institut in Istandbul begleitet wird, hat das Ziel, Deutsche und Türken einander näherzubringen. Dazu ist es notwendig, dass sich die Schüler mit Klischees und Vorurteilen auseinandersetzen, lernen Unterschiede zu tolerieren und erkennen, dass sich hinter vielen Unterschieden gemeinsame menschliche Grundwerte verstecken. Dabei lernen sie im Kontrast zur jeweils anderen Kultur auch ihre eigene besser zu verstehen. Der Schüleraustausch soll türkischen und deutschen Schülern die Möglichkeit geben, Fähigkeiten zu lernen, ohne die man in einer globalisierten Welt nur schlecht zurechtkäme, nämlich Toleranz, Offenheit und Selbstbewusstsein. Die Schüler vom GSO erwarten schon sehr gespannt ihre türkischen Gäste, die in der ersten Juniwoche nach Lippstadt kommen. Im Herbst starten dann die Overhagener Schüler ihren Gegenbesuch in Bursa, der türkische Metropole am Marmarameer, und werden eine moderne, boomende Stadt mit sehenswerten historischen Bauwerken erleben.
Ein Ergebnis ist aber jetzt schon festzustellen: Wolfgang Brülle und Hubert Hüsgen waren sich nach ihrem Besuch einig, die Zerrbilder vom „Türken“ und vom „Islam“, die in manchen Köpfen herumschwirren, geben nicht die Wirklichkeit wieder. „Wir haben ein interessantes Land mit sehr freundlichen und aufgeschlossenen Menschen kennengelernt“ so lautet das Fazit.
Der Link zu unserer Partnerschule in der Türkei: http://www.tanokullari.com/main.asp?target=kurumsal&mode=kampus
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