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Schüler spielten Bach und Händel
Traditionelle Weihnachtsmusik im Gymnasium Schloss Overhagen sorgte für volle Pausenhalle. Facettenreiche Auswahl, Textbeiträge und kleine Talente: „Alle werden es hören"
OVERHAGEN Seit Jahrzehnten gehört die Weihnachtsmusik am Samstag vor dem 2. Advent zur lieb gewordenen Tradition im Gymnasium Schloss Overhagen. „Alle werden es hören" lautete das Motto in diesem Jahr und viele hörten es in der Tat. Die Pausenhalle der Schule war bis auf den letzten Platz besetzt. Freunde, Familien und Lehrer der über 120 mitwirkenden Schüler erlebten unter der Leitung von Musiklehrerin Carola Dewenter ein liebevoll zusammengestelltes, facettenreiches Konzert. Im Mittelpunkt stand der Chor der Schule.
Die 65 Mädchen und Jungen der fünften und sechsten Klassen eröffneten nach einem feierlichen Auftakt mit zwei Trompeten das Konzert mit dem Kanon „Wir brechen auf nach Bethlehem". Auch viele kleine Solisten begeisterten das Publikum mit ihren Beiträgen. Zum Beispiel Bela (9), der am Klavier mit dem 1. Präludium in C-Dur aus dem „Wohltemperierten Klavier" von Johann Sebastian Bach beeindruckte. Mit ernstem Gesicht, gefühlvoll und gleichzeitig mit sauberer Technik spielte er das schwierige Werk mit erstaunlicher Reife.
Einen besonderen Leckerbissen bot auch Vicky, die als einzige Lippstädter Schülerin die Harfe spielt. Sie entlockte ihrem Zupfinstrument die weichen, melodischen Töne von Friedrich Händels „Petite Sonate". Ganz anders präsentierte sich die siebte Klasse mit dem ins Blut gehenden Rhythmus ihrer selbst hergestellten, kistenartigen Trommeln, den so genannten Cajons. Ungewöhnlich auch der Beitrag der 8. Klasse: Die Kinder intonierten „Jingle Bells" mit bunten Boomwhackers, unterschiedlich lange Percussion-Kunststoffröhren, die tonal aufeinander abgestimmt sind. Die Vielfalt war durchaus gewollt. „So spricht man jeden im Publikum an", so Carola Dewenter.
Ansprechend waren auch die Wortbeiträge, die einen angenehmen Kontrast zur Musik bildeten, wie der von Jasmin und Gurjit vorgetragene Auszug aus dem Buch „Deutschland umsonst" von Michael Holzach. Der Schriftsteller, der als Oh-dachloser mit seinem Hund „Feldmann" durch Deutschlang zog, berichtet darin über seine Erfahrungen mit der Barmherzigkeit seiner Zeitgenossen. Mit „We wish you a merry Christmas" verabschiedeten sich die Interpreten und der ganze Saal stimmte mit ein. Der Veranstaltung folgte ein gemütlicher Nachmittag beim gemeinsamen Adventscafé. Der Erlös hieraus kommt der Hausaufgabenbetreuung für Flüchtlingskinder in Lippstadt zugute. hewi


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