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Schweiß ist out, Grips ist in im Ruhrgebiet
Zum Abschluss einer Unterrichtsreihe über den Strukturwandel im Ruhrgebiet waren 30 Geographen vom Gymnasium Schloss Overhagen mit ihrem Lehrer Ralf Margott nach Dortmund gefahren. Theoretisch war den Schülern ja alles klar: Bergbaukrise, Stahlkrise, Arbeitslosigkeit und und und... Doch wenn man plötzlich allein in einer riesigen Maschinenhalle steht, wo nichts mehr läuft, es nach Teer stinkt und der Rost sich durch die Rohre frisst, dann sieht Strukturwandel auf einmal ganz anders aus. Wenn man an der Emscher, dem ehemaligen Abwasserkanal des Ruhrgebietes, vergeblich nach dem vielgepriesenen Emscherpark Ausschau hält, dann versteht man auf einmal besser als im Unterricht, warum es so schwierig ist, diese Kloake wieder zum Leben zu erwecken und wie leicht es ist, in diesem kleinen Fluss zu ertrinken. Um den Strukturwandel im Ruhrgebiet zu erfassen, wurden verschiedene Standorte systematisch abgearbeitet. Am Anfang des Tagesprogramms stand die klassische Eisen- u nd Stahlindustrie bei Thyssen-Kruppstahl. Vom Abstich am Hochofen bis hin zum aufgewickelten Stahlblech wurde der Weg des Roheisens verfolgt. Doch statt Lärm und viele Arbeiter im Dreck, sahen die erstaunten Gymnasiasten überwiegend vom Computer gesteuerte Maschinen, die das Schmelzen, Glühen und Walzen dirigierten. In einer Halle, wo früher 300 Menschen bei Höllenlärm ihr tägliches Brot verdienten, sind jetzt gerade mal 3 bis 8 Arbeitskräfte nötig. Nach den Kokereien Kaiserstuhl und Hansa fuhren die Schüler aus Overhagen anschließend zur Zeche Zollern, um dort Auf- und Abstieg des Bergbaus zu untersuchen. Trotz Regen wurde mutig der stillgelegte Förderturm bestiegen. Es gab von da oben zwar keine schöne Aussicht, dafür aber die einmalige Gelegenheit, nachempfinden zu können, wie einst die Kohlenleser bei Wind und Wetter ihre harte Arbeit zu verrichten hatten. Kreuz und quer durch die Kaianlagen und den Containerterminal des Dortmund-Ems-Kanals, vorbei an offenen Feldern mitten in Stadt, ging es über die neue Schnellstraße 236 in das Technologiezentrum und die Uni Dortmund, wo nicht mehr die schwere körperliche Arbeit im Vordergrund steht, sondern Denken und Wissen gefragt sind, um die mit dem Strukturwandel verbunden Probleme lösen zu können und neue Arbeitsplätze im Ruhrpott entstehen.
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