[ Inhalt ]

[ Termine ]

[ Schuljahr 2000 ]

Schulleben:

[ Sonnenfinsternis ]

[ Weihnachtsmusik ]

[ 5. Fußballturnier ]

[ Exkursion ins Ruhrgebiet ]

[ Fahrt nach Uden ]

[ Kabarett-AG ]

Schüleraustausch:

[ Uden ]

[ Lund ]

[ Reading ]

Vorträge:

[ Prof. Lademacher ]

[ Prof. Klemm ]

GYMNASIUM SCHLOSS OVERHAGEN

 

“Wie gut sind unsere Schulen?”
Vortrag von Prof. Dr. Klemm am Gymnasium Schloss Overhagen

Pressestimmen zu der Veranstaltung:

Prominenter Bildungsforscher aus Essen zog eine beunruhigende Bilanz

Lippstadt. "Wie gut sind unsere Schulen?  Eine kritische Bestandsaufnahme"  über dieses Thema referierte in dieser Woche Professor Klaus Klemm von der Universität Essen vor Eltern, Lehrern und Schülern in der Pausenhalle des Gymnasiums Schloss Overhagen. Und eines gleich vorweg: sein Fazit war mehr als beunruhigend. Nach Einschätzung des bekannten Bildungsforschers weist nämlich der Wissensstand der deutschen Schüler im internationalen Vergleich erschreckende Defizite auf.
Professor Klemm hielt sich streng an sein Thema. Er analysierte das deutsche Bildungssystem, er hinterfragte die in den einzelnen Bundesländern angebotenen Bildungswege und er referierte über internationale Untersuchungen zum Bildungsstand der Schüler in den einzelnen Schulfächern. Dabei schneiden übrigens die deutschen Schüter  etwa im Vergleich zu japanischen oder schwedischen Schülern  nicht besonders gut ab. Er ging auch auf die Methode dieser Untersuchungen ein. Was Klemm jedoch nicht zu bieten hatte, das waren visionären Lösungen. Professor Klemm lieferte eine gründliche Diagnose, aber keinen Therapieplan. Das mag manchen seiner Hörer enttäuscht haben, der mehr erwartet hatte. Aber dieses Mehr war nun mal nicht Gegenstand seines Referates.
Der Bildungsforscher zeigte sich als Realist, er beschönigte nichts. "Wir werden in den nächsten Jahren in Industrie und Wirtschaft trotz der Massenarbeitslosigkeit viele offene Stellen haben, die nicht besetzt werden können, weil es keine genügend qualifizierten Bewerber für diese Stellungen gibt”, prognostizierte Klemm. Dieser sich abzeichnende Mangel sei ein Grund, warum das Interesse an der Qualität der. schulischen Ausbildung in den letzten Jahren immer mehr zugenommen habe.
Aber was sei Qualität. Für die Beantwortung dieser Frage holte Professor Klemm weit aus. Zur Qualität einer Schule gehöre im heutigen Bewusstsein zweifellos ein motivierender leistungsfördernder Unterricht, der die kognitiven Kräfte fördert und entfaltet.
Auch der Anteil der erfolgreichen Absolventen einer Schule sei ein Qualitätsmaßstab. Eine hohe Anzahl von “Wiederholern" weise auf einen Mangel an Qualität hin. Aber hier musste der Referent schon wieder einschränken, weil Zensuren trotz vorgegebener Normierung keine absolute Aussage über den Leistungsstand eines Schüler geben können. Er verwies auf Hamburg, wo es je nach Viertel Schulen mit hohen und weniger hohen Anforderungen gebe und wo eine Realschule in einer Wohngegend mit hohem Akademikeranteil durchaus besser sein könne als ein Gymnasium in einem Arbeiterviertel mit hohem Ausländeranteil.
Fragen über Fragen, die Professor Klemm im Schnelldurchgang abhakte. Eine Feststellung des Professors hörten die anwesenden Schüler besonders gern. Klagen über einen schlechten Leistungsstand der Schüler im Vergleich zu früheren Zeiten gebe es schon seit dem Altertum. wh

Bildungsforscher beleuchtet Situation an den Schulen
Qualität zeigt sich am Unterricht

Lippstadt-Overhagen. »Wie gut sind unsere Schulen eigentlich noch!«, diese Frage wird von vielen Eltern, Verbandsfunktionären und Politikern in letzter Zeit immer deutlicher gestellt. Grund dafür ist die Veröffentlichung einer internationalen Vergleichstudie über die Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme, bei der die Schulsysteme der Bundesrepublik recht mittelmäßig abschnitten. Das war Grund genug für das Gymnasium Schloss Overhagen, den Bildungsforscher Professor Klemm aus Essen einzuladen, um sich von einem Fachmann informieren zu lassen.
Die öffentliche Besorgnis, so Prof. Klemm, sei gut zu verstehen, denn eine gute Schulbildung sei heute nun mal unerläßlich für den Zugang zu einer Beschäftigung und die Frage nach der Vergleichbarkeit schulischer Leistungen riefe auch nach Methoden, die Leistung der Schulen zu vergleichen.
Prof. Klemm relativierte zunächst die Aussagen der internationalen Vergleichstests. Dabei seien zum Teil Kenntnisse abgefragt worden, die deutsche Schüler aus sinnvollen Gründen nicht lernten und die Prüfungsmethode sei das sogenannte »multiple choise« Verfahren gewesen, eine Ankreuzmethode, die man von Führerscheinprüfungen kennen und die an deutschen Schulen nicht gelehrt werde. Dies aus gutem Grund, denn diese Methode erlaube kaum die Darstellung und Entwicklung intellektueller Fähigkeiten. Trotzdem beunruhigten die Vergleichstests und zeigten, das etwas nicht stimme. Man müsse sich also schon mit der Qualität schulischer Bildung auseinandersetzen. Was aber ist nun Qualität schulischer Bildung? Wie ist diese zu messen? Als mögliche Kriterien nannte der Bildungsexperte die Zahl erfolgreicher Schulabschlüsse, Erfolge bei Wettbewerben und eine leistungsfördernde Umgebung. Aber dies alles seien letzlich keine eindeutigen Kriterien für die Qualität von Schulen. Letztlich könne man Qualität von Schule am besten an der Qualität von Unterricht festmachen und dort gelte es anzusetzen und dies müsse durch geeignete Maßnahmen  unter anderem Fortbildung  gefördert werden.
Prof. Klemm gelang es, die sehr emotionalisierte Frage zu versachlichen und die Aufmerksamkeit auf die Schaffung einer leistungsfördernden und motivierenden Lernatmosphäre zu lenken. Ausserdem hält er eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus für wichtig.
Zum Schluss hatte Prof. Klemm noch einen Trost für alle Zuhörer: Klagen über das Bildungssystem sind so alt wie unsere Kultur selbst. Wenn sie alle zugetroffen hätten, meinte er ironisch, könnte ich heute hier keine Seite Text vorlesen.

[ SEITENANFANG ]   [ INHALT ]   [ VORSTELLUNG DER SCHULE ]   [ DAS AKTUELLE SCHULJAHR ]  [ BILDER DER SCHULE ]    [ WEITERE ANGEBOTE DER HOMEPAGE DES GSO ]   [ TERMINE IM AKTUELLEN SCHULJAHR ]