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Gymnasium Schloss Overhagen vertieft Kontakte nach Tschechien
Die guten Kontakte zum Ludek-Pik-Gymnasium in Pilsen vertieften 15 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Schloss Overhagen. Zusammen mit ihren Lehrern, StD’ Dagmar Schorn und StD Hubert Hüsgen, war die Gruppe jetzt zu Gast bei den Freunden aus der westböhmischen Industriestadt.
Intensive Besichtigungen zeigten ihnen die Kunst- und Kulturschätze der drittgrößten Stadt Tschechiens, unter anderem den höchsten Kirchturm Böhmens, den historischen Pilsener Markt mit dem Haus, in dem Kaiser Rudolf kurz vor dem Dreißigjährigem Krieg drei Jahre residiert hatte und das Wunschengelchen am Gitter des Doms. Dieses Wunschengelchen wird täglich von vielen Pilsenern berührt, denn es soll die Kraft haben, Wünsche zu erfüllen. Verknüpft ist damit eine alte Geschichte: Am Morgen seiner Hochzeit soll der Scharfrichter der Stadt auf den Stufen der Kirche gebetet haben. Beim Aufstehen berührte er dann die kleine Engelfigur. Da der Volksglaube annimmt, dass die Hände von Henkern magische Kräfte haben und Dinge, die Scharfrichter berührt haben, Glück bringen, haben es ihm über die Jahrhunderte viele Bürger nachgemacht. Das Engelchen ist deshalb heute leicht zu erkennen: frisch poliert vom Druck vieler Hände leuchtet es silbern am Portal der Kirche. Natürlich haben es auch die Schüler und Lehrer mal probiert. Mal sehen, was geschieht!
Ein Besuch Pilsens ohne den Besuch der traditionellen Brauerei ist natürlich unmöglich. An die Stadtbesichtigung fügte sich ein Besuch bei dem traditionsreichen Unternehmen an. Die Besichtigung zeigte den Schüler deutlich die moderne und die historische Technik des Bierbrauens und erklärte die wirtschaftliche Bedeutung, die die Brauerei für die Entwicklung Pilsens hatte und noch heute hat. Im tiefen und kalten Lagerkeller, 15 Meter unter der Erde, durften die Besucher dann auch einen kleinen Schluck echten Pilsener Urquells genießen.
Ein weiterer Höhepunkt der Reise war der Besuch Prags. Vom Hradschin aus genossen die Overhagener Gymnasiasten den Ausblick über die alte Kaiserstadt und folgten dann den Spuren der Geschichte. Vom Saal aus, aus dessen Fenster die Rebellen 1618 die kaiserlichen Räte geworfen hatten, ging es weiter zur Statue des Staatsgründers Thomas Masaryk. Von dort blickten sie auf die deutsche Botschaft, die 1989 vielen DDR-Flüchtlingen den Weg in die Freiheit ermöglicht hatte. Der Rundgang führte weiter über die beeindruckende Karlsbrücke ins Zentrum der Prager Altstadt mit dem Ratshaus und dem Wenzelsplatz, von dem 1989 die samtene Revolution ausging.
Obwohl das Programm dichtgedrängt war, blieb auch genug Zeit, die persönlichen Kontakte zu den Austauschpartnern und ihren Familien zu vertiefen und neue Pläne zu schmieden.
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