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Schüler streiten mit Argumenten
Erstmals nehmen drei Lippstädter Schulen am Bundeswettbewerb „Jugend debattiert” teil
„Der Patriot“ vom 01.10.2004
LIPPSTADT „Wir möchten mit der Teilnahme an dem Wettbewerb eine Gesprächskultur entwickeln", so Wolfgang Brülle, Schulleiter vom Gymnasium Schloss Overhagen. Gemeinsam mit der Drost-Rose-Realschule und der Wilhelmschule nimmt das Gymnasium am Bundeswettbewerb „Jugend debattiert" teil. Am Mittwoch erhielten die drei Bildungseinrichtungen, die nun einen Schulverbund bilden, von der Frankfurter Hertie-Stiftung ihre Aufnahmeurkunden für den Wettbewerb.
Frank Hielscher von der gemeinnützigen Stiftung, die das bundesweite Projekt durchführt, klärte die Schulvertreter im Gymnasium Schloss Overhagen über das Procedere von „Jugend debattiert" auf. Erstmals nehmen daran Schulen aus dem Raum Lippstadt teil, bundesweit sind 400 Bildungseinrichtungen mit rund 40 000 Schülern und 1 200 Lehrern beteiligt. In zwei Altersgruppen sollen die Schüler ihre Debattierfähigkeit unter Beweis stellen. Der Wettbewerb erfolgt auf den vier Ebenen Klasse,- Schulverbund, Land und Bund.
Debattiert wird über politische oder soziale Fragen wie „Sollen muslimische Lehrerinnen im Unterricht ein Kopftuch tragen dürfen?" Jeweils vier Schüler diskutieren miteinander. Jeder erhält zunächst zwei Minuten ungestörte Redezeit. Es folgen 24 Minuten freie Aussprache. Für das Schlusswort steht jedem Teilnehmer eine Minute zur Verfügung.
Als Juroren fungieren EItern und Lehrer, auf Bundesebene sogar Prominente wie Roman Herzog oder auch Sandra Maischberger. Bewertet werden dabei Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Oberzeugungskraft. „Das soll aber keine Bewertung à la Popstars sein. So von wegen »Du-siehst zwar toll aus, aber debattieren kannst du nicht« erklärt Frank HieIscher.
Deshalb müssen die Juroren geschult werden. Das geschieht bei einem speziellem Rhetorik-Training, das im November im Gymnasium Schloss Overhagen stattfinden soll. Anschließend unterrichten die Lehrer ihre Schüler klassenweise in der Kunst des Debattierens, bevor diese dann miteinander um Argumente streiten.
Wer sich im Klassenverband, Schulverbund und beim Landesfinale in Köln durchgesetzt hat, nimmt am 12. Juni 2005 am Bundesfinale in Berlin teil. Der Bundessieger von „Jugend debattiert" gewinnt eine sechstägige Akademie-Woche und die Aufnahme in das Alumni-Programm der Hertie-Stiftung.
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