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Auf Overhagener Tugend besonnen
Lernzentrum am Schloss – Gymnasium entstand in Selbsthilfe und ohne einen einzigen Steuer – Cent
“Der Patriot” vom 13.10.2004:
OVERHAGEN Es soll Schülern eigenverantwortliches Lernen ermöglichen und konnte ohne einen einzigen Steuer-Cent errichtet werden. Gestern wurde das neue Selbstlernzentrum des Gymnasiums Schloss Overhagen offiziell eingeweiht. Dazu, so Direktor Wolfgang Brülle mit Blick auf die Schulgründung vor über 40 Jahren, „haben wir auf die alte Overhagener Tugend der Selbsthilfe zurückgegriffen“. 20 modernste Computer – Arbeitsplätze sind in dem Lernzentrum entstanden, das Brülle als „zentralen Ort des Lernens an unserer Schule“ bezeichnete. Insofern hat der exponierte Standort auf dem Schulgelände auch symbolische Bedeutung. Im Unterricht ist mehr Eigenverantwortung, größere Selbständigkeit gefragt. Brülle: „Medien- und Methodenkompetenz sind Schlüsselqualifikationen.“ Im Selbstlernzentrum sollen daher „individuelle Formen des Lernens gefördert werden, bei denen der Lehrer in den Hintergrund tritt“. Der Pädagoge nicht mehr als dozierender Alleinunterhalter, sondern als Hinweisgeber und Moderator. Ein Projekt, das „natürlich Geld kostet“, so der GSO – Direktor. Den Grundstein dafür hatte vor drei Jahren die Hueck – Stiftung gelegt - mit einem Preisgeld von 30 000 Euro, das das kleinste Lippstädter Gymnasium für sein Konzept der Mediennutzung im Unterricht erhielt. Freilich war schnell klar, dass der Neubau in konventioneller Bauweise (250 000 Euro) nicht finanzierbar war. Dann aber wurde die „geniale Idee“ geboren, so Förderverein – Vorsitzender Alexander Tourneur, das Projekt mit Containern zu verwirklichen. „Dadurch rückte die Realisierung in greifbare Nähe.“ Im Herbst 2003 war Baubeginn. Eltern und Lehrer packten mit an, zahlreiche Sponsoren und Spender wurden gewonnen. Der Vorsitzende der Hueck – Stiftung, Herbert Schiene, war bei einem Besuch in Overhagen so angetan von dem ehrgeizigen Vorhaben, dass die Stiftung noch einmal zehn PC-Arbeitsplätze sponserte – und somit fast die Hälfte der Kosten von insgesamt 100 000 Euro getragen hat. hei
Stießen an auf ein erfolgreiches Selbsthilfe-Projekt: Alexander Tourneur, Herbert Schiene, Wolfgang Brülle und Dr. Martin Gunga vom Schulverein (v.l.). Foto: Heienbrok
Graf Bernhard...
hat bei seinem Besuch in Overhagen einmal mehr den Wert von Selbsthilfe schätzen gelernt. Hier hat eine ganze Schulgemeinschaft an einem Strick gezogen und etwas auf die Beine gestellt, was manche, als das Projekt noch reine Idee war, nicht für möglich gehalten haben. Lehrer, Eltern und Schüler packten beherzt mit an - ob beim Baumfällen oder Ausheben der Fundamentgräben. Die für die PC-Ausstattung zuständigen Pädagogen verbrachten ungezählte Abende, ganze Wochenenden in ihrer Penne. Kabarettaufführungen wurden organisiert, bei Elternsprechtagen Kaffee und Kuchen verkauft, Spender geworben - auch der Geldfluss funktionierte in Selbsthilfe. Ein in mehrfacher Hinsicht gelungenes Projekt, das stark an die „Gründerzeit“ des Schloss – Gymnasiums erinnert.
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